Die Kunst der Ent-Täuschung: Was wir von Silke Brandt im Spiegel-Podcast „Smarter Leben“ lernen können
In einer aktuellen Folge des Spiegel-Podcasts „Smarter Leben“ widmet sich Lena Kafka gemeinsam mit der psychologischen Psychotherapeutin Silke Brandt einem Thema, das uns alle betrifft – privat wie beruflich: der Enttäuschung. Das Gespräch ist nicht nur eine absolute Hörempfehlung, sondern bietet wertvolle Impulse, die sich hervorragend auf den Kontext von Führung und Teamentwicklung übertragen lassen.
Warum uns dieser Podcast so beschäftigt hat und welche Erkenntnisse wir für unseren Arbeitsalltag bei Kahmann & Kollegen daraus ziehen, möchten wir in diesem Beitrag teilen.
Das Ende der Täuschung
Silke Brandt bringt es im Podcast auf den Punkt: Eine Enttäuschung ist im wörtlichen Sinne das Ende einer Täuschung. Wir sahen die Welt, ein Projekt oder eine Person nicht so, wie sie ist, sondern wie wir sie uns gewünscht haben. Wenn die Realität auf unsere Erwartungen prallt, entsteht Schmerz. Im Business-Kontext erleben wir das oft: Die lang ersehnte Beförderung bleibt aus, das mühsam aufgebaute Projekt wird gestoppt oder ein Mitarbeiter entwickelt sich anders als erhofft. Brandt betont im Interview, dass Menschen mit sehr starren Vorstellungen leichter enttäuscht werden. Flexibilität im Denken ist also nicht nur ein Agilitäts-Buzzword, sondern aktiver Selbstschutz.
Erst fühlen, dann lösen
Ein zentraler Aspekt, den Brandt hervorhebt, ist der Umgang mit dem Schmerz. Oft neigen wir, gerade im professionellen Umfeld, dazu, sofort in den „Lösungs-Modus“ zu schalten. Wir wollen das Negative wegdrücken und weitermachen. Doch der Podcast mahnt zur Geduld: Trauer, Wut und Frustration müssen Raum bekommen. Wer diese Gefühle überspringt, läuft Gefahr, zu verbittern oder zynisch zu werden – Gift für jede Unternehmenskultur. Erst wenn die Emotionen verarbeitet sind, ist der Kopf frei für eine rationale Analyse:
- War meine Erwartung realistisch?
- Habe ich Signale übersehen?
- Was kann ich daraus für die Zukunft lernen?
Wie wir Enttäuschungen dingfest machen
Ein wunderbarer, pragmatischer Tipp aus dem Podcast ist das „Dingfestmachen“ der Enttäuschung. Brandt schlägt vor, das Erlebte aufzuschreiben, es in eine Box zu packen oder zu skalieren (Wie stark belastet es mich heute auf einer Skala von 0 bis 10?). Diese Technik nutzen wir in ähnlicher Form auch in unseren Coachings und Workshops. Dinge zu visualisieren und aus dem Kopf auf das Papier zu bringen, schafft Distanz. Es macht das ungreifbare Gefühl handhabbar.
Wachstum durch Krise
Am Ende ist jede verarbeitete Enttäuschung ein Realitätsgewinn. Wir sehen klarer, was möglich ist und was nicht. Für Führungskräfte bedeutet das: Eine Kultur zu schaffen, in der Enttäuschungen nicht als Scheitern, sondern als notwendiger Schritt zur Klarheit gewertet werden. Bei Kahmann & Kollegen unterstützen wir Teams und Einzelpersonen genau dabei: Resilienz zu entwickeln, starre Erwartungshaltungen in flexible Ziele zu verwandeln und gestärkt aus Rückschlägen hervorzugehen. Denn wer besser mit Enttäuschungen umgeht, führt nicht nur gesünder, sondern lebt auch „smarter“.
Hören Sie mal rein: Wir empfehlen Ihnen herzlich, die volle Folge anzuhören, um tiefer in die psychologischen Hintergründe einzutauchen.
Quelle/Inspiration: Spiegel Podcast „Smarter Leben“: Psychologie – Wie wir Enttäuschungen besser verarbeiten. Ein Gespräch mit Silke Brandt, moderiert von Lena Kafka.
Link zur Podcast Folge auf spiegel.de: https://www.spiegel.de/psychologie/psychologie-wie-wir-enttaeuschungen-besser-verarbeiten-podcast-mit-silke-brand-a-705b73b1-bc9c-4765-97c8-028a7ba9d649
