Kama Muta: Warum wir im Business mehr „Gänsehaut“ brauchen
Wann waren Sie das letzte Mal so richtig gerührt? Vielleicht bei einem Konzert, einer Wiedersehensszene am Flughafen oder völlig unerwartet im Kino bei einem „Transformers“-Film so wie der Psychologe Thomas Schubert?
In der SPIEGEL Ausgabe Nr. 6/2026 wird ein faszinierendes Phänomen beleuchtet, das uns in unserer Arbeit bei Kahmann & Kollegen besonders anspricht: Kama Muta.
Was ist Kama Muta?
Lange Zeit gab es im Englischen keinen präzisen Begriff für diesen Moment, in dem es uns „die Kehle zuschnürt“, wir Gänsehaut bekommen oder Tränen in den Augen haben – nicht aus Trauer, sondern aus purer Ergriffenheit. Thomas Schubert und sein Team an der Universität Oslo, gemeinsam mit Alan Fiske, füllten diese Lücke. Sie nannten es Kama Muta, angelehnt an das Sanskrit für „von der Liebe bewegt“.
Es beschreibt das plötzliche, intensive Gefühl von Verbundenheit, Zugehörigkeit und Einheit. Sei es mit einer einzelnen Person, einem Team oder sogar einem gemeinsamen Ziel.
Warum dieses Gefühl gerade jetzt wichtig ist
Wir leben in einer Zeit, die oft von Spaltung und Isolation geprägt ist. Der Artikel hebt hervor, dass gerade Social Media voll ist von Videos, die Kama Muta auslösen (von Tierrettungen bis zu heimkehrenden Soldaten). Menschen sehnen sich nach dieser Rührung, nach dem Beweis, dass wir nicht getrennt, sondern verbunden sind.
Interessant für uns in unserer Arbeit: Studien zeigen, dass dieses Gefühl universell ist. Unabhängig von der Kultur reagieren Menschen ähnlich auf Szenen tiefer Fürsorge und Verbundenheit.
Vom Kino in den Konferenzraum
Was hat das nun mit Ihnen zu tun? Oft glauben wir, Professionalität bedeute emotionale Distanz. Doch das Gegenteil ist der Fall. Echte Kooperation und nachhaltiger Teamerfolg basieren auf genau jener Verbindung, die Kama Muta beschreibt.
In unserer Arbeit erleben wir oft den Moment, in dem die „Waffen fallen gelassen werden“. Wenn aus einer Gruppe von Individuen (oder Konfliktparteien) plötzlich wieder ein „Wir“ entsteht. Das ist der Moment, in dem Empathie die Oberhand gewinnt.
Die britische Kulturhistorikerin Tiffany Watt Smith wird im Artikel zitiert: „Neue und ungewöhnliche Wörter für Gefühle zu lernen, hilft uns dabei, die feineren Nuancen unseres inneren Erlebens besser wahrzunehmen.“. Wenn wir also Worte für das haben, was uns verbindet, können wir es auch im Arbeitsalltag besser kultivieren.
Unser Fazit
Lassen Sie uns mutiger sein, wenn es um Emotionen im Business geht. Ein Team, das gemeinsam „bewegt“ ist, hält zusammen. Ob durch wertschätzende Kommunikation, das gemeinsame Meistern von Krisen oder einfach das echte Interesse am Anderen.
Vielleicht ist es Zeit, Kama Muta als KPI für menschliches Miteinander einzuführen?
Inspiriert von: „Ein Gefühl namens Kama Muta“, Julia Köppe, DER SPIEGEL 6 | 2026, S. 87.
