Kranke Kollegen im Büro

Jetzt kommt sie wieder, die Zeit der Erkältungen und Grippewellen. Und mit ihr die Kollegen, die sich trotz Fieber und Triefnase ins Büro schleppen. Und dann sitzen sie einem gegenüber, die Bazillenschleudern, erledigen tapfer und vielleicht auch ein bisschen leidend ihre Arbeit und kontaminieren gleichzeitig das gesamte Büro.

Viele (noch) gesunde Arbeitskräfte ärgern sich über ein solches Verhalten. Sie empfinden es als rücksichtslos und fühlen sich den Viren und Bakterien schutzlos ausgeliefert. Welche Möglichkeiten haben die gesunden Kollegen? Sprechen Sie es an! Aber wie, wenn man das gute Verhältnis nicht gefährden möchte?

Fassen Sie zunächst sachlich die Situation zusammen: „Brigitte, Du hast Fieber, hustest und nießt und bist im Büro und arbeitest.“ Somit haben Sie eine stabile Basis für das Gespräch geschaffen.

Vermuten Sie empathisch, warum die Kollegin, trotz Krankheit ins Büro gekommen ist. Ergründen Sie den guten Grund für das Verhalten Ihrer Kollegin: „Gibt es noch dringende Dinge zu erledigen?“ oder „Möchtest Du uns alle unterstützen und durch eine Krankmeldung nicht belasten?“ um nur zwei mögliche Beispiele zu nennen.

Ein „Ja, genau“ oder „ja klar“ oder Ähnliches bestätigt Ihnen, dass Sie mir Ihrer Vermutung richtig liegen. Jetzt wissen Sie den guten Grund für das Verhalten Ihrer Kollegin und Ihre Kollegin fühlt sich verstanden.

Das ist die Voraussetzung, dass Ihr Standpunkt im Folgenden gehört wird und Sie in der Haltung sind, Ihr Anliegen wertschätzend mitteilen zu können. Starten Sie damit, dass Sie Ihrem Gegenüber mitteilen, dass Sie das Verhalten verstehen können. Achtung: Verstehen heißt nicht einverstanden zu sein. Daher schließen Sie direkt daran an worum es Ihnen geht, wie Ihr Wunschzustand ist: „Das kann ich gut verstehen. Gleichzeitig bin ich wirklich besorgt, dass wir uns hier alle bei Dir anstecken. Es geht mir darum, dass wir gesund bleiben, dass wir alle weiterhin unsere Arbeit erledigen können.“

Jetzt ist es Zeit für einen passenden Lösungsvorschlag: „Brigitte, wärst Du bereit, die wichtigen Dinge von zu Hause aus zu erledigen?“ Oder „Brigitte, was hältst Du davon, wenn Du den Abteilungsleiter informierst, dass Du die Daten zwei Tage später abgibst.“ Oder, oder…..

Vielleicht wird ihr erster Vorschlag nicht direkt angenommen. Dann heißt es dran bleiben! Wiederholen Sie zur Not, um was es Ihnen geht: Ihre Gesundheit und die Effizienz der Abteilung. So kämpfen Sie für Ihr Anliegen, ohne Ihrer Kollegin auch nur einen einzigen Vorwurf gemacht zu haben. Die Chancen stehen gut für ein ungetrübtes Verhältnis zur Kollegin, Kooperation und damit Ihre Gesundheit!