Feelgood Manager – und schon läufts bei der Arbeit! Oder?

Ich habe unlängst einen Artikel über die Position eines Feelgood Managers gelesen. Es gibt Unternehmen, die diese Stelle geschaffen haben, um das Arbeitsklima zu verbessern.

Von Unternehmen zu Unternehmen mag die Stellenbeschreibung variieren, aber im Kern sind die Aufgaben eines Feelgood Managers Aktionen zu organisieren, die das Wir-Gefühl stärken und die Gesundheit der Mitarbeiter fördern. Wenn ich mir Beispiele anschaue, liest sich das Aufgabengebiet für mich eher wie das eines internen Eventplanners: Kickerturniere veranstalten, Yogakurse organisieren, Geburtstagstische bereitstellen. Erinnert mich irgendwie an „Brot & Spiele“.

Was brauchen die Mitarbeiter wirklich? Die Anzahl der Krankheitstage aufgrund psychischer Belastungen am Arbeitsplatz sind in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Als Grund dafür werden Überlastung, Stress und Konflikte genannt. Nach Professor Dr. Johannes Siegrist von der Universität Düsseldorf geht es vor allem darum, die Gratifikationskrise zu bewältigen oder noch besser – sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Und das heißt vor allem den Mitarbeiter und seine Arbeit wertzuschätzen. Ob das mit Unterhaltung gelingt? Ich bezweifele das.

Viel wichtiger wird es sein, den Mitarbeitern echtes Gehör zu schenken, sie ernst zu nehmen in ihren Bedürfnissen, ihnen in den vereinbarten Aufgabengebieten so viel Gestaltungsraum wie möglich zu geben, sie entsprechend ihres Präferenzbereiches einzusetzen und zu fördern, für gegenseitiges Verständnis zu sorgen, Konflikte ernst zu nehmen und Mitarbeiter zu unterstützen, diese Konflikte zu lösen.

Es geht um ein wirkliches Interesse am Wohlbefinden der Mitarbeiter. Mit – im schlimmsten Fall – verpflichteten Spaßveranstaltungen wird wohl eher das Gegenteil erreicht werden.